Falter-Interview zum 60er

http://www.falter.at/falter/2014/05/27/was-nicht-weiss-geworden-ist-sind-die-schamhaare/

Laudatio von Werner Schandor

http://www.textbox.at/king-der-pop-literatur-2/

Hasta la vista, baby

Dass man den Schauspieler immer im Kopf hat, wenn man das Werk liest, bringt einen nicht nur einmal zum Schmunzeln, selbst wenn man der fesselnden Story folgt. Ein Must-Read für Schwarzenegger- und Krimi-noir-Fans.
Lucas Kristan, Kulturzeitung 80, Graz

Pollanz kennt sich aus, in der Populärkultur ebenso wie mit der Literatur dieser Jahre. Unbeschwert verwebt er Versatzstücke aus Thomas Pynchons Zeitgemälde „Inherent Vice“ mit Hinweisen auf Schwarzeneggers Œuvre und schafft dabei ein Bild der Jahre, in denen der kalifornische Hippietraum in Drogenkriminalität zu ersticken begann.
Berlin Vis.a.vis

Was an diesem Drogenschmuggler-Krimi (…) besonders erfreut: Er verzichtet auf Witzigsein und erzählt mit Ernst.
Peter Pisa, Kurier

Fortan führt Pollanz, listig und hinterlistig, mit Gespür für tiefschwarze Krimikunst, die ja auch darin besteht, seine Leser an der Nase herumzuführen, in ein Paralleluniversum, reich an wunderbaren Wendungen und raffinierter Doppelbödigkeit. Toller Krimi-Sound.
Gesamte Besprechung: http://www.kleinezeitung.at
Werner Krause, Kleine Zeitung

Den gesamten Roman hindurch ist spürbar, welch großen Spaß Wolfgang Pollanz daran hat, sein virtuoses Spiel mit Verweisen und Anspielungen auf Filme, Bücher und Popmusik voranzutreiben – und wie geübt er darin ist. Weder Thomas Pynchon, noch Frank Zappa und schon gar nicht Arnold Schwarzenegger bleiben da verschont.
Der Leser dieses Glücksfalls eines literarischen Schundromans kann sich prächtig amüsieren (…).
Gesamte Besprechung: http://www.wienerzeitung.at
Heimo Mürzl, Wiener Zeitung

Pollanz surft mit kalifornischer Lockerheit durch ein Paralleluniversum, in dem die “larger-than-life”-Persona eines Hollywoodstars in ein kleines und eigentlich unbedeutendes Leben gezwungen wird und dort versucht zu glänzen. Ein lustiges Spiel mit Ruhm und Macho-Attitüden.
Christoph Hartner, Steirerkone

Selbst, wenn Arno Weissenegger scheinbar eine Glückssträhne hat, wartet eine kleine Katastrophe garantiert schon an der nächsten Ecke auf ihn. Wolfgang Pollanz gelingt es dabei, Stimmungsbilder dieser Zeit zu entwerfen, die überzeugen und fesseln gleichermaßen. Viele Details – von der Musik, die aus den Boxen kommt bis hin zu Autos, Gebäuden und der Landschaft in Santa Monica und Umgebung – sind es, die das Buch anreichern. Die Handlung selbst ist spannend bis zum Showdown.
Wolfgang Kühnelt, www.haubentaucher.at

Interview auf booknerds.de

Das Buch Elvis und andere Texte

In einer limitierten Ausgabe treffen wir Elvis, den King, wieder. Folgen ihm auf den “heiligen Straßen von Hollywood” und hören, wie er zu seinen Jüngern spricht. In Teil 2 des Buches werden “biographische Vermutungen” über Legenden wie Tim Buckley oder Jimi Hendrix angestellt. Und abschließend wird Graz zur “(un)heimlichen Hauptstadt” des Rock’n'Roll. Für Musikliebhaber sind hier etliche Perlen zu finden, doch auch in der Thematik weitgehend unkundige Leser werden ihre Freude haben an der Sprache, den Geschichten und der Phantasie des Autors. Wer auch immer für Cover und Gestaltung verantwortlich ist, auch er oder sie hat sich Lob und Anerkennung verdient.
Wolfgang Kühnelt, Blog der haubentaucher

Unten am Fluss

(…) noch einmal und nachdrücklich zur Lektüre empfohlen.
Werner Krause, Kleine Zeitung

(…) ein spannendes Wechselspiel aus lesen und hören, rezipieren und imaginieren, rationalem Verstehen und emotionalem Fühlen.
Martin Gasser, Steirerkrone Kultur, Graz

Es ist eine Freude, sich mit Wolfgang Pollanz auf eine lyrische Reise zu begeben.
Rudolf Kraus, Bücherschau

Die Stärke dieser Texte ist ihr lakonischer, unprätentiöser, nah an erzählender Prosa angesiedelter Tonfall, dem Pathos und Larmoyanz fremd sind, auch und gerade, wenn es ums Letzte geht (…)
Christoph Janacs, Literatur und Kritik

Der Wörteridiot / Usekan na besede

(…) frei von Larmoyanz, reich an unverblümten Wahrheiten, aber auch an fragilen Zwischentönen (…)
Werner Krause, Kleine Zeitung, Graz

Die Undankbarkeit der Kinder

Die hypochondrische Geschichte „Unvollständige Aufzählung aller meiner Ängste“ beschreibt auf köstliche Weise eine Vielzahl an seltsamen und weniger seltsamen Ängsten und ist vor allem eines: sehr unterhaltsam. Auch wenn es in der vorletzten Geschichte des Bandes um jede Menge Wasserleichen in der Familie geht, dann wird es dennoch nicht wirklich ernst dabei, da aus den Erzählungen immer wieder Ironie bzw. Sarkasmus strömt.
Rudolf Kraus, Bücherschau

(…) zum anderen nimmt der Kosmopolit und Erforscher von Zwischenwelten (…) seine Leserschaft mit auf wundersamste Reisen, die belegen, dass das Abenteuer immer gleich um die Ecke wartet. Vorausgesetzt man hat den entsprechenden Blick dafür.
Werner Krause, Kleine Zeitung, Graz

So kokett, wie Wolfgang Pollanz seinem Sammelband (…) „Die Undankbarkeit der Kinder“ den Disclaimer voranstellt, dass alle Ähnlichkeit des Ich-Erzählers mit lebenden Personen „an den Haaren herbeigezogen sind“, muss das Gegenteil stimmen. Darf man sich Pollanz demnach als Lokalbetreiber in Berlin, als Opfer der familienfestlichen Bosheit seiner Mutter, als Kind neben dem kettenrauchenden Vater bei der Autofahrt nach Lignano vorstellen? So oder so, das Buch steckt voll witziger Gewitztheiten und guter ’G’schichtln’. Und es gibt wieder die bereits „Pollanz-typischen“ Hinweise auf Songs, etwa von Nick Cave.
ORF Online, Die Bücher für den Sommer 2014

Wolfgang Pollanz’ Erzählungen sind gleichermaßen grundiert von diffuser, aber beharrlicher Heimatliebe wie dem sehnsuchtsvollen Streben nach der Ferne, Weite, Fremde. Sie sind eine heimliche Liebeserklärung an eine Region »zwischen Maisfeldern und Weinbergen«, an eine Familie, deren Altvorderen noch Slowenisch sprachen. Nur wer seine Herkunft kennt und auslotet, kann ihr solche Geschichten abtrotzen.
Ingeborg Jaiser, TITEL Kulturmagazin

Spannend die zwölf nichtautobiografischen Erzählungen, in denen man viel über die wilden Sechzig- und Siebzigerjahre, ihren Musikgeschmack, die Südsteiermark und vielleicht auch über das Leben des Autors erfahren kann.
Eva Jancak, literaturgefluester.wordpress.com

Es ist eine Sammlung von zum Teil schon andernorts erschienen kurzen Texten, die einen sehr unterschiedlichen Charakter aufweisen. Manche Texte sind fiktiv, andere sind Rückblicke auf die persönliche Vergangenheit des Autors und in manchen beschreibt Pollanz mit mutiger Offenheit seine intimsten Gedanken. Das Verbindende dieser Textsammlung ist der Autor, der alles aus seiner Ich-Perspektive schildert. Hat der Autor das nun erlebt, denkt er so, oder sind das alles Erfindungen? Es ist einer der großen Pluspunkte des Buches, dass diese Entscheidung dem Leser selbst überlassen bleibt.
Spunk Seipel, www.literaturhaus.at

33 Songs

Sein Buch soll eine „schmale Fährte durch die chaotische Unüberschaubarkeit der Popmusik“ sein und ist es auch; allerdings ist es eine bereichernde schmale Fährte. Pollanz will keine Mini-Biografien erstellen, aber auch keine Klischees aufwärmen, und er will keine Theorie beweisen. Er protzt nicht mit seinem Wissen, er gibt es einfach weiter. Was die LeserInnen damit anfangen, ist ihre eigene Sache. Und es ist egal, ob man über Songs liest, die man kennt (oder mag), oder über welche, die man nicht kennt (oder mag), mit jedem Text erfährt man ein bisschen mehr über die Welt der (Pop-)Musik. Und selbst wenn man nicht alles wissen muss, was Pollanz erzählt, liest man es gern. Weil er ebenso fundiert wie unaufgeregt zu schreiben versteht.
Werner Schuster, www.eselsohren.at

Pollanz kann Geschichten erzählen. 33 Songs, Lieblingslieder und wichtige Nummern, zerlegt er hier, erzählt dazu Biografisches, Zeitkolorit, Hintergründe, von den Beatles bis Noir Desir, von Queen bis Anthony and the Johnsons. Mit YouTube in Griffweite ein eindrückliches Erlebnis an einem verregneten Urlaubstag. Rock ’n’ Roll!
Simon Hadler, ORF Online, “Die Bücher für den Strand”

“33 Songs” ist eine Sammlung interessanter Geschichten und Anekdoten über Popmusik und fasziniert vor allem aufgrund des profunden Hintergrundwissens des Autors. Pollanz ist das Produkt einer frühen Popsozialisation in den Siebzigern, und er schreibt mit Esprit, Verve und einer gesunden Ignoranz gegenüber allem Geschmäcklerischen.
Für ihn sind die beschriebenen Songs auch Anlass für pophistorische Betrachtungen und für kluge Bemerkungen zur Haltbarkeit von Songs. Neben vielen genauen Beobachtungen und noch mehr assoziativen Gedanken liegt die Stärke dieses Buches vor allem im gelungenen Aufzeigen des Problems einer ganzen Generation: Wie verbindet man die Begeisterung für Popmusik mit dem alltäglichen Leben? Und wie sind diese Interessen und Leidenschaften würde- und sinnvoll mit dem Dasein als Erwachsener zu vereinbaren?
Heimo Mürzl, Wiener Zeitung

Wolfgang Pollanz’ Text ist ein äußerst lesenwerter Ausflug in die Geschichte und die Geschichten der Popmusik. Die großen Klassiker der Branche – Beatles, Beach Boys, Bob Dylan oder Elvis Presley – finden sich hier ebenso wie weniger bekannte Gruppen: X-TG oder Die Antwoord.

Stets sind die Texte flott geschrieben und Pollanz Vorliebe, alles mit allem zu verbinden, macht das Buch auch für die interessant, die den ausgewählten Songs sonst nur wenig abgewinnen könnten.
Gerhard Pretting, Kontext, Ö1

In seinem neuen Buch “33 Songs” widmet sich Pollanz vollkommen der Popmusik. Das haben vor ihm auch schon einige getan, doch selten hat man so intensiv gespürt, wie sich zwischen Lebens- und Lieblingsliedern die Welt abspielt.
The Gap

Pollanz bringt nämlich wesentlich mehr zustande als “nur” eine Hommage aus Sicht des “Fans”. Er schafft ein popkulturelles Sammelsurium voller schöner Geschichten und Anekdoten – über Bandnamen und ihre Entstehung, über Sekten und Drogen und Kriege, über die Bedeutung von Wein und Film für die Musik, über Gott und Literatur. Ein selten schönes, dabei uneitles und unaufdringliches Buch, das Wissen auf unterhaltsame Weise vermittelt.
www.haubentaucher.at

Wolfgang Pollanz erzählt anhand von 33 Songs darüber, was ihn musikalisch interessiert und warum gerade diese 33 Songs eine so wichtige Rolle in seinem Leben spielen. Natürlich ist ein Popsong so etwas wie ein “kulturelles Wegwerfprodukt” – darüber ist sich auch Pollanz im klaren – aber er weiß und vermittelt, dass dessen mitunter süchtig und selig machende Wirkung von diesem Umstand überhaupt nicht beeinflusst wird. Jeder hat seine eigenen Pop-Paradiese, die ihm unverfälschte Begeisterung gestatten. Pollanz ist das Produkt einer frühen Popkultursozialisation und schreibt mit Esprit, Verve und einer gesunden Ignoranz gegenüber allem Geschmäcklerischen.
Für den Popkulturfanatiker und Popmusikconnaisseur in Personalunion sind die von ihm beschriebenen Songs auch Anlass für pophistorische Betrachtungen, kluge Bemerkungen zur Haltbarkeit von Popsongs und zum Zusammenhang von Pop und Leben an sich. Es gibt hierzulande nur wenige, die so kenntnisreich und unterhaltsam über die Mythen, Moden und Meriten der Popmusik zu philosophieren und zu erzählen vermögen, wie Wolfgang Pollanz.
Kleine Zeitung, Graz

Felden. Ein Roman

Der Kleinstadtroman „Felden. Ein Roman oder Keiner weiß, was wirklich los ist“ von Wolfgang Pollanz ist geprägt von skurrilen Typen wie dem Kaffeehausphilosophen und Hypochonder Niewein, dem Chirurgen Mally, dem kauzigen Wissenschaftler Treibholtz oder dem extrovertierten Sänger E. der lokalen Rockhelden „Die Riesen“, sowie der entsprechenden weiblichen Entourage. Nicht erst als dann auch noch ein mysteriöser nackter Mann im Ort auftaucht, stellt sich die Frage, ob es Pollanz weniger um die realitätsnahe Beschreibung eines Kleinstadt(kultur)-Kosmos geht, als um ein ambitioniertes literarisches Vexierspiel, das mit unterschiedlichsten Kunst- und Realitätsbegriffen arbeitet. Wobei sich Wolfgang Pollanz einmal mehr als populärkultur-affiner Geschichtenerzähler mit Verve und Esprit erweist und seine reale Heimat Wies weit hinter sich lässt.
Heimo Mürzl (Kleine Zeitung, Graz; Wiener Zeitung)

Von einer skurrilen Beschaulichkeit ist das Leben in Felden geprägt. Rocksänger, Hypochonder, Weltenbummler, Chirurgen, Friseurgattinnen und Naturschönheiten sind das Personal, das die fiktive Stadt im Süden Österreichs bewohnt. Doch wie “echt” ist dieses Leben? Die Figuren beginnen zu zweifeln, ob sie nicht nur die Erfindung eines Autors sein könnten… Mit schwarzem Humor zerlegt Pollanz die Erwartungen der Leser. Ergänzt wird das Buch mit einem musikalischen Sampler mit Songs von (fiktiven) Bands aus Felden.
Christoph Hartner (Steirer Krone, Graz)

Man darf sich unter dem fiktiven Örtchen Felden ein Nest im Süden Österreichs vorstellen, wenn auch nicht gerade das kärntnerische Velden. „Zeichnet man eine topografische Skizze der Stadt“, heißt es, „wird man mit ein wenig Fantasie das Abbild eines riesigen Hinterns erkennen können.“ In Felden herrscht der alltägliche Kleinstadtwahnsinn, die Figuren sind akkurat verhaltensoriginell; etwa der ortsbekannte Hypochonder Niewein oder der Lebenskünstler Andorra, dessen zwanghaftes Hobby darin besteht, von den Beinen einer Dame auf deren Gesamterscheinung zu schließen. Schließlich bringt dann auch noch ein Flitzer Unruhe in das Gemeinschafts- und Romangefüge.
Dass Teile des Personals bald vermuten, dass sie Romanfiguren sind, passt gut zu dem Umstand, dass eine CD mit Songs von Feldener Bands dem Buch beigelegt ist. Darüber hinaus hat der (südsteirische) Autor auch noch sichtlich Freude an Palindromen oder (pop-)kulturellen Verweisen, mit denen er sein amüsantes, anspielungsreiches Spiel treibt.
Tiz Schaffer (Falter Wien)

Nichts ist wahrscheinlich so schwer zu erzählen wie eine Geschichte ohne Handlung eingebettet in einer Gegend ohne Schwerpunkt mit Helden ohne Sinn.
Wolfgang Pollanz macht sich mit Hingabe an die Aufgabe, aus der fiktiven Stadt „Felden“ den ultimativen Charme herauszupressen. Das Leitmotiv, das dabei alle Figuren zumindest einmal aussprechen müssen, lautet ganz lethargisch: „Keiner weiß, was wirklich los ist!“
Doch es sind die Unauffälligkeiten, die Alltäglichkeiten und Provinz-Possen, die im Kessel von Felden los sind. Die erste Adresse für Begegnungen ist dabei die Lokalität Stern des Südens.
Ein Schriftsteller schreibt einen Roman, und wenn sich eine Figur nicht richtig benimmt, wird sie aus dem Text geschmissen. „Auch Romanfiguren haben Angst, eliminiert zu werden.“ (31) Sein Freund Andorra hat eine Karriere als Barkeeper in Spanien hinter sich und betreibt ein Leben lang Frauenforschung. Er sitzt in der Souterrain-Wohnung und beobachtet alle Frauen von unten her, was den Nachteil hat, dass er nie das Oberteil einer Frau zu Gesicht bekommt. Der Arzt Dr. Mally ist berühmt für seine exklusiven Operationen, die er in einer Liste zusammengefasst hat.
Ein Kennzeichen der Entlegenheit ist die Lust, das Vorhandene in Listen weltmännisch zusammenzufassen. So gibt es beispielsweise eine Aufzählung von interessanten Namen für Friseur-Läden, „Kaiserschnitt, Kamm in, Haare Krishna, Hair-Bert, Hairforce One, GmbHaar, Schnittstelle, Hairgott, Hairicane, Haarlekin.“ (152)
Die geheimnisvolle Malvine schwebt durch die Stadt und macht alle verrückt, ihre Exklusivität wird nur von einem nackten Mann übertroffen, den niemand in Realität gesehen hat.
Das Besondere an Felden ist freilich die Band-Dichte, mindestens zehn Bands spielen Tag für Tag um ihr Überleben und erfüllen den Talkessel mit einem Sound, der es in sich hat. Fünf Bonusstücke davon sind auch tatsächlich auf CD gepresst und dem Roman beigelegt.
Erzählerisch spielt Wolfgang Pollanz alles aus, was es für einen witzigen, verschmitzten Roman an der Peripherie des Literaturgeschehens braucht. Alte Menschen erzählen sinnlose Sagen über die Gegend, der Schriftsteller greift ständig in die Realität ein, statt beim Text zu bleiben, die einzelnen Kapitel sind ineinander wie eine russische Puppe verschachtelt und daher subtil miteinander verschweißt. Die Anfangsbuchstaben der acht Kapitel, die so heftige Mottos tragen wie „Ephemere Erscheinungen, Obskure Obsessionen, Intime Interferenzen“, ergeben den Über-Sinn des Romans: Entropie. Spätestens seit Thomas Pynchon gilt die Entropie als der Sinn jeglichen Erzählens, man muss so lange am Text dran bleiben als Autor oder als Leser, bis dieser sich aufgelöst hat. – Wunderbar entlegen, musikalisch witzig, professionell in die Provinz verliebt!
Helmuth Schönauer
Öffentliches Bibliotheks- und Büchereiwesen
Universitäts- und Landesbibliothek Innsbruck